CAR-T-Zell-Therapie

Chimäre Antigen-Rezeptor-T-Zellen

CAR-T ist die Abkürzung für „Chimäre Antigen-Rezeptor-T-Zellen“ und ist neben den drei konventionellen Krebsbehandlungen – Bestrahlung, Chemotherapie und Operation – eine neue innovative Therapieform, welche die Eigenschaften der Immun-, Zell- und Gentherapie vereint.

T-Zellen sind Bestandteil des menschlichen Immunsystems und dafür verantwortlich krankhafte Veränderungen der Körperzellen, beispielsweise Krebszellen, zu erkennen und je nach T-Zellart diese zu zerstören. Bei der Erkennung der veränderten Körperzellen greift das „Schlüssel-Schloss-Prinzip“.
Die T-Zellen besitzen Rezeptoren (Schloss), welche spezielle Proteine (Schlüssel) auf krankhaft veränderten Körperzellen erkennen und damit das Signal zur Zerstörung der krankhaften Körperzelle weiterleiten.

Krebszellen können sich durch Veränderung dieser speziellen Proteine (Schlüssel) dem Angriffsversuch der T-Zellen entziehen. Die CAR-T-Zell-Therapie kann durch gentechnische Methoden die T-Zellen so modifizieren, dass sie die Krebszellen zielgenau nach dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ binden und zerstören können.

Die CAR-T-Zell-Therapie ist zugelassen bei B-Zell-Lymphomen und Akuter Lymphatischer Leukämie. Voraussichtlich 2021 werden Zulassungen für das Mantelzelllymphom und das Plasmazellmyelom / Multiple Myelom folgen.

Ablauf der CAR-T-Zell-Therapie

Der Ablauf der CAR-T-Zell-Therapie ist klar definiert, sodass eine optimale Patienten-Versorgung/-Therapie gewährleistet werden kann. Der Ablauf ist unten vereinfacht dargestellt.

Zunächst müssen wir Ihnen als Patient*in eigene Immunzellen (die T-Lymphozyten) – ähnlich wie bei einer Blutspende – entnehmen. Diese werden eingefroren und an die entsprechende Produktionsfirma verschickt.

Solange Sie auf der CAR-T-Zell-Therapie-Produkt warten, werden Sie von Ihrem behandelnden Onkologen/Onkologin weiter betreut.

Diese Punkte werden am jeweiligen Produktionsstandort der Firma durchgeführt.

Vorbereitend auf die Reinfusion der CAR-T-Zellen erhalten Sie eine leichte Chemotherapie (Lymphozyten-Depletions-Chemotherapie), damit möglichst viele Ihrer eigenen noch vorhandenen T-Zellen zerstört und durch die CAR-T-Zellen ersetzt werden können.

Bei den CAR-T-Zellen handelt es sich um Ihre eigenen gentechnisch veränderten Zellen. Diese „lebendigen“ Medikamente können sich weiter in Ihrem Körper vermehren und bilden somit langfristig einen Schutzschild gegen den Blutkrebs.

Monitoring und Management von Nebenwirkungen

Bei der Anwendung der CAR-T-Zell-Therapie kann spezifische Komplikationen/Nebenwirkungen verursachen. Die am häufigsten auftretenden sind:

Durch die Aktivität der CAR-T-Zellen werden verstärkt Immunologische Botenstoffe freigesetzt die Symptome wie Fieber, Übelkeit sowie Herzrhythmus-Störungen hervorrufen können. Weiterhin kann sich ein Sauerstoffmangel mit Beatmungsbedürftigkeit und schließlich auch ein Multiorganversagen ausbilden.

Neurologische Veränderung durch erhöhte Freisetzung von Botenstoffen.

Durch den Verlust von B-Zellen entsteht unter anderem ein Antikörpermangel, der eine höhere Infektanfälligkeit zur Folge haben kann.

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung der Nebenwirkungen wird durch unser sehr engmaschiges Monitoring und unser speziell geschultes Team aus Hämatologen, Neurologen und Intensiv-Medizinern betreut.

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Kontakte

Marcel Teichert
CAR-T-Zell Koordinator

PD. Dr. med. Bastian v. Tresckow
Leiter Schwerpunkt Lymphome und CAR-T

Dr. med. Richard Noppeney
Leiter Apherese und Herstellungsbereich

Dr. med. Nina Steckel
Leitung Internistische Intensivmedizin

Dr. med. Christine Schmitz
Ambulanz / Sprechstunde Aggressive Lymphome

Dr. rer. medic. Ulrike Buttkereit
Leitung des GMP Labors

Martina Wagner
Studienassistenz