Stammzelltransplantation

Klinische Forschung Stammzelltransplantation

Als universitäres Spitzenzentrum engagiert sich die Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation in der Grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung sowie in klinischen Studien. Schwerpunkt der Grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung im Bereich der Stammzelltransplantation ist die Aufklärung der molekularen und zellulären Mechanismen, die der antitumoralen Wirkung und immunologischen Verträglichkeit bei allogener Stammzelltransplantation zugrunde liegen. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Klinik kooperieren dabei eng mit anderen Forschungseinrichtungen des Universitätsklinikums Essen, insbesondere dem Institut für zelltherapeutische Forschung, aber auch mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen Institutionen.

Die an der Klinik durchgeführten klinischen Studien dienen vorrangig der Verbesserung der Verträglichkeit und Wirksamkeit der allogenen Stammzelltransplantation. Auch hierbei kooperiert die Klinik mit nationalen und internationalen Studiengruppen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Entwick-lung schonender neuer Verfahren der allogenen Stammzelltransplantation für ältere Patienten, da diese Patienten besonders häufig von prognostisch ungünstigen malignen Erkrankungen der Blutbildung und des lymphatischen Systems betroffen sind. Weitere Schwerpunkte klinischer Studien sind die Entwicklung und Prüfung modifizierter allogener Stammzellpräparate für Patienten ohne gewebsverträgliche Spender, sowie innovativer zelltherapeutischer Präparate zur Verbesserung des Infektionsschutzes und der antitumoralen Wirkung.

 

Die Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation kooperiert im Rahmen ihrer Forschungs-Aktivitäten eng mit nationalen (z.B. DAG-KBT) und internationalen Fachgesellschaften (z.B. EBMT). Es werden sowohl Studien in Kooperation mit anderen akademischen Einrichtungen, als auch mit Unternehmen der pharmazeutischen Industrie durchgeführt.

Exemplarisch seien zwei Forschungsprojekte genannt: „XplOit“ und „SEVRIT“ – XplOit: Die Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation beteiligt sich am BMBF-geförderten Verbundprojekt XplOit, gemeinsam mit weiteren Projektpartnern wie dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik, der Universität des Saarlandes, dem Max-Planck-Institut für Informatik und der Averbis GmbH. Individualisierte mathematische und systemmedizinische Modelle zur Entwicklung von Krankheitsprozessen haben das Potenzial, zukünftige Gesundheitsereignisse und das individuelle Therapieergebnis vorherzusagen. Ziel des Verbundprojekts ist es, individualisierte Vorhersagemo-delle für den Therapieverlauf nach Stammzelltransplantation zu entwickeln und die Behandlung der Patienten zu verbessern. Dadurch sollen mögliche Komplikationen vor ihrem Auftreten erkannt und Patienten entsprechend ihres Risikoprofils individuell behandelt werden. Die untersuchten Risiken umfassen virologische Komplikationen, die Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvHD), den Rückfall der Grunderkrankung, sowie die Remission.

 

SEVRIT: Mesenchymale Stammzellen wirken bei vielen Erkrankungen regenerativ und entzün-dungshemmend. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass diese therapeutischen Effekte vor allem auf die „extrazellulären Vesikel“ (EV) dieser Zellen zurückgehen. Das Forschungsprojekt SEVRIT („Produktion und Qualitätssicherung von Stammzell-abgeleiteten extrazellulären Vesikeln für neu-artige regenerative und immunmodulierende Therapieansätze“) soll die EV-Produktion von mesen-chymalen Stammzellen optimieren. Extrazelluläre Vesikel übertragen biologische Signale zwischen den Zellen und lenken viele Prozesse im menschlichen Körper. Da EV-Therapien gegenüber „klassi-schen“ Stammzelltherapien den wichtigen Vorteil bieten, dass MSC-EVs kein eigenes tumorigenes Potenzial besitzen, steril-filtrierbar und therapeutisch einfacher anzuwenden sind, verfolgen wir das Ziel, den sicheren therapeutischen Einsatz von MSC-EVs für eine größere GvHD-Patientenkohorte vorzubereiten und mittelfristig die MSC-EV-Behandlung auf verschiedene in-flammatorische Krankheitsbilder auszudehnen. Projektpartner sind neben der Klinik für Hämatolo-gie und Stammzelltransplantation das Institut für Transfusionsmedizin, die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und das Institut für Medizinische Mikrobiologie (alle am UK Essen), sowie das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS) in Dortmund, die Particle Metrix GmbH und die PL BioScience GmbH.

 
Aufgrund der aktuellen Entwicklung des Pandemiegeschehens gilt in der Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation bis auf weiteres ein generelles Besuchsverbot !